6 min Lesezeit • 21. September 2026

Wie JETZT mobil Carsharing, Auto-Abo und Werkstattersatzwagen kombiniert

JETZT mobil verlässt sich nicht allein auf das öffentliche Carsharing, sondern ergänzt sein Angebot durch Service-Leihwagen und Auto-Abos. Die Anbindung an die Autohausgruppe PS Union stellt dabei einen wesentlichen Vorteil dar, obwohl das Prinzip der Kombination aus Kurz- und Langzeitbuchungen grundsätzlich auch ohne Autohaus im Rücken umsetzbar ist. Auf dem MOQO Summit 2026 gewann JETZT mobil für die Kombination der unterschiedlichen Geschäftsbereiche den Innovations-Award. In diesem Artikel erfahren Sie, wie das in der Praxis aussieht.

Best Practice

Zusammenfassung

JETZT mobil, Teil der Autohausgruppe PS Union, bedient über die Carsharing-Software MOQO drei unterschiedliche Mobilitätsangebote in und um Halle an der Saale: öffentliches Carsharing, Werkstatt-Ersatzwagen und Auto-Abo. Möglich wird das durch eine flexible Flottenlogik, bei der Fahrzeuge mit On-Board-Unit (OBU) je nach Bedarf zwischen Carsharing und Service-Leihwagen wechseln, während Auto-Abo-Fahrzeuge fest zugeordnet sind. Die Anbindung an die Autohausgruppe schafft dabei wirtschaftliche Vorteile, wie eine günstige Fahrzeugbeschaffung und vereinfachte operative Prozesse. Perspektivisch will JETZT mobil das Service-Leihwagen-Modell auf weitere Standorte der Autohausgruppe übertragen, das öffentliche Carsharing testweise auf kleinere Städte im Umland ausweiten und gemeinsam mit der Stadt Halle neue Stationen erschließen. Wie das Modell im Detail funktioniert und warum es sich laut JETZT mobil auch ohne Autohausanbindung übertragen lässt, zeigt dieser Artikel.

Vom klassischen Carsharing zum Rundum-Angebot 

2015 startete JETZT mobil unter dem Schirm der Autohausgruppe PS Union als öffentliches Carsharing in Halle an der Saale. Das Angebot ist stationsbasiert und verteilt 65+ Fahrzeugen über das Stadtgebiet von Halle - darunter 5 Kleinbusse, 6 Transporter und 8 Transporter XL. Zu den Kund:innen zählen sowohl Privatpersonen, die auf den privaten (Zweit-)Wagen verzichten wollen, als auch Unternehmen, Stadtverwaltungen und Vereine, die für Mitarbeitende und Mitglieder Mobilität bereitstellen wollen.

Seit etwas mehr als 12 Monaten bietet JETZT mobil auch 3 Fahrzeuge in Bad Lauchstädt an. Das ist eine Kleinstadt mit eher ländlichem Charakter. Möglich macht das eine Förderung durch die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt. Das Pilotprojekt soll das Carsharing für den ländlichen Raum erschließen und wird nach einer überschaubaren Anlaufphase bereits sehr gut angenommen.

A yellow car sharing car from JETZT mobil is positioned at its station in front of a church in Halle an der Saale


Das Auto-Abo kam aus einem anderen Bedürfnis dazu: Durch die Integration in die Autohaus Gruppe ist JETZT mobil in der Lage, Fahrzeuge durch eine Langzeitmiete bereitzustellen. Damit kann der Anbieter bei Kund:innen Bedarfe bedienen, die sich bei einem Fahrzeugkauf oder -leasing ergeben. Hier können Lieferzeiten überbrückt werden. Größere Firmen nutzen das Auto-Abo gern, um neue Mitarbeitende mobil zu halten, bevor für sie eine Dienstwagenregelung greift. 

Die Idee, den Kund:innen der hauseigenen Werkstatt über dieselbe Plattform Ersatzmobilität anzubieten, war laut Ronny Kaschta, Leiter Autovermietung und Logistik bei JETZT mobil, von Anfang an mitgedacht, ließ sich aber zunächst nur über einen manuellen Weg umsetzen. Seit knapp einem Jahr läuft das Service-Leihwagen-Modell ebenfalls (fast) vollautomatisch über MOQO. An drei Standorten der Autohauses in Halle wird dies bereits angeboten, seit Kurzem kommt Nordhausen als vierter, kleinerer Standort im Umland dazu.

Das Ergebnis: Aktuell sind 65+ Fahrzeuge im öffentlichen Carsharing unterwegs, fast 40 zusätzlich im Service-Leihwagen-Einsatz und ca. 20 im Auto-Abo.

JETZT mobil also offers shared transporters in Halle an der Saale which is shown on this picture

Die gesamte Bandbreite aus einer Hand

Damit bietet JETZT mobil nun “die gesamte Bandbreite der vierrädrigen Mobilität aus einer Hand”, wie Ronny Kaschta es ausdrückt - für private und geschäftliche Kunden in Halle und Umgebung an. Die zusätzlichen Use Cases erweitern die Zielgruppe und wirken sich positiv auf die Auslastung und damit Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge aus. Aktuell liegt die Auslastung im öffentlichen Carsharing bei rund 20 %. Im Service-Leihwagen-Geschäft sind es im Schnitt der vier Standorte sogar noch etwas mehr, wobei der noch anlaufende Standort in Nordhausen den Wert im Moment noch etwas drückt. Aber auch hier ist eine rasche Entwicklung bereits sichtbar.

Für Kund:innen ergeben sich daraus mögliche Wege durch alle drei Angebote: Wer mit eigenem Auto in die Werkstatt kommt und einen Service-Leihwagen erhält, wird automatisch Nutzer:in der Sharing-Plattform und kann bei Bedarf auch auf Transporter oder Kleinbusse zugreifen. Wer ein neues Fahrzeug bestellt hat und auf die Lieferung wartet, überbrückt die Zeit im Auto-Abo. Wer erfährt, dass sich die Reparatur des eigenen Fahrzeugs nicht mehr lohnt, bekommt je nach persönlicher Situation ein Carsharing-Angebot statt eines neuen Autos.

Dass diese Logik aufgeht, zeigen die Zahlen: Pro Tag kommen bis zu 10 neue Kund:innen über alle drei Geschäftsbereiche hinzu.

Von Minuten bis zu mehreren Monaten: Kurz- und Langzeitnutzung mit einer Flotte anbieten →

Several cars are parked on the parking spot at a workshop of the car dealership because they are offered as service rental vehicles for dealership customers

Der Autohaus-Vorteil 

Dank der Anbindung an die Autohausgruppe PS Union profitiert JETZT mobil von kurzen Wegen: Fahrzeuge werden über den eigenen Verkauf bezogen, Reparaturen laufen über die angeschlossene Werkstatt inklusive Karosserie- und Lackarbeiten, die Waschanlage steht auf dem eigenen Hof, gebrauchte Fahrzeuge gehen zurück in den eigenen Gebrauchtwagenmarkt.

Das führt zu deutlich vereinfachten Entscheidungswegen und Prozessen im operativen Betrieb, ebenso wie Kosteneinsparungen durch die Nutzung von Synergien unter anderem im Einkauf, der Wartung und Reinigung.

Darüber hinaus wird das Angebot des Auto-Abos durch die günstige Fahrzeugbeschaffung als Autohaus aus Sicht JETZT mobils erst wirklich sinnvoll. Schließlich muss das Abo auch zu einem Preis angeboten werden können, den Kund:innen bereit sind zu zahlen, und der sich für den Anbieter weiterhin finanziell rechnet.

Auch ohne Autohaus im Rücken übertragbar

Für JETZT mobil ist die Kombination aus Carsharing, Auto-Abo und Service-Leihwagen somit ein wirtschaftlicher Vorteil, der aus der Autohausanbindung entsteht.

Das Prinzip dahinter — kurz- und langfristige Nutzung aus einer Hand anzubieten und dadurch verschiedene Use Cases abzudecken — lässt sich laut Einschätzung von Ronny Kaschta aber auch ohne Autohaus im Rücken anwenden. Denkbar sind etwa Kooperationen mit freien Werkstätten, für die man als Carsharing-Anbieter Service-Leihwagen zur Verfügung stellen kann.

Ob auch ohne vergünstigte Fahrzeugbeschaffung Auto-Abos sinnvoll sind, muss jeder Anbieter im Einzelfall für sich durchrechnen und entscheiden.

JETZT mobil represantatives together with MOQO CEO Michael Minis in he Digital Church in Aachen during the MOQO Summit 2026, when JETZT mobil won the MOQO Award for its innovative business model
Auf dem MOQO Summit 2026 gewann JETZT mobil den MOQO Award in der Kategorie “Innovations”

Die passende Konfiguration für jeden Use Case

JETZT mobil ist im Herbst 2024 als Flinkster-Partner mit seinem Angebot auf die MOQO-Plattform migriert. Heute bildet der Anbieter alle drei Geschäftsbereiche über die MOQO-Plattform ab - mit der jeweils passenden Konfiguration.

So ist das Auto-Abo als Langzeitnutzung mit monatlicher Abrechnung konfiguriert. Buchungen von Werkstattersatzwagen und Sharing-Fahrzeugen werden üblicherweise erst nach der Nutzung abgerechnet.

Dabei läuft das Sharing als stationsbasiertes Angebot, während die Werkstattersatzwagen als free-floating Angebot konfiguriert sind. Dadurch können für die Ersatzwagen keine Folgebuchungen reserviert werden - was wichtig ist, da die Werkstattdauer häufig nicht sicher planbar ist. Sharing-Kund:innen hingegen können Fahrzeuge im Voraus an der gewünschten Station reservieren. Dadurch erhalten sie die Planbarkeit, die sie im Alltag benötigen - insbesondere, wenn das Sharing einen privaten (Zweit-)PKW ersetzen soll.

Vom Autohaus zum lokalen Mobilitätspartner: Die Bausteine für neue Geschäftsmodelle → →

Mit oder ohne Telematik?

Den Fahrzeugpool unterteilt der Anbieter grob in zwei Bereiche: mit und ohne On-Board-Unit (OBU).

Ein Teil der Flotte ist mit OBU ausgestattet und wird im öffentlichen Carsharing oder als Werkstattersatzwagen genutzt. Bei Bedarf können diese Fahrzeuge flexibel mit wenig Aufwand dem jeweils anderen Bereich zugeordnet werden: Ein Fahrzeug kann heute Werkstattersatz sein und morgen an einer öffentlichen Station stehen, je nachdem, wo es gerade benötigt wird.

Ein anderer Teil der Flotte läuft ohne OBU und wird für die Auto-Abos genutzt. Da diese für einen längeren Zeitraum vermietet werden, ist eine OBU hier für JETZT mobil nicht nötig.

Ausblick: So geht’s für JETZT mobil weiter

Der größte Treiber bei JETZT mobil ist aktuell das Service-Leihwagen-Geschäft. Sind an einem Standort alle Ersatzfahrzeuge ausgebucht (was häufiger mal vorkommt), holt das Team kurzerhand Carsharing-Fahrzeuge aus dem Stadtgebiet zu den Werkstätten. Sollte der neue Standort in Nordhausen gut anlaufen, sind laut Ronny Kaschta weitere Standorte an anderen Außenstandorten der Autohausgruppe denkbar.

In Nordhausen steht neben den Service-Leihwagen testweise auch ein Transporter als öffentliches Sharing-Fahrzeug bereit. Wird der gut angenommen, will JETZT mobil das öffentliche Carsharing möglicherweise auf weitere Kleinstädte im Umland ausweiten - überall dort, wo die Autohausgruppe bereits eigene Standorte und Werkstätten betreibt.

Im Stadtgebiet von Halle steht dagegen erstmal Konsolidierung an: JETZT mobil analysiert, welche Carsharing-Stationen gut laufen und welche nicht, ob dort das passende Fahrzeug steht oder ob sich einzelne Stationen ganz schließen lassen - mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Durch die jahrelange sehr gute Zusammenarbeit kann JETZT mobil gemeinsam mit der Stadt Halle prüfen, wo neue Stationen entstehen können. Ein Vorteil dabei: Die Stadt hat den Nutzen von Carsharing erkannt und zeigt sich entsprechend kulant. Etablierte Anbieter können sich den gewünschten Standort weitgehend selbst aussuchen, die Stadt übernimmt bei geeigneter Fläche die Beschilderung, das Ordnungsamt die Parkraumüberwachung - und es fallen keine Mietkosten an.

Konsolidierung, neue Stationen, mehr Standorte im Umland - JETZT mobil baut damit genau das weiter aus, wofür es beim MOQO Summit 2026 den Innovations-Award gewann: eine Flotte für drei Geschäftsbereiche.

Next

Starten Sie jetzt

Vergleichen Sie, wie Sie mit MOQO als Carsharing oder Bikesharing Ihren Service verbessern können. 

Beratung anfragen