
Lesezeit: 5 Minuten • 25. März 2026
ryd fleet ist das Payment-Betriebssystem für Flotten und Fahrzeuge in Europa. Die offene, softwarebasierte Infrastruktur standardisiert, automatisiert und verankert Mobilitätszahlungen direkt im Fahrzeug. Mit ryd fleet bezahlen Autofahrer und Unternehmen digital. Im Interview erklären uns Florian Böhme und Marco Weber, worauf es ankommt.
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Marco: Die Fragmentierung von Bezahllösungen ist im Carsharing ein echter Pain Point – im schlimmsten Fall funktioniert die Karte nicht oder ist erst gar nicht im Auto.
Mit ryd fleet bündeln wir Tanken, Laden und Waschen in einem einzigen digitalen System – direkt über die App oder, je nach Integration, über das Fahrzeugdisplay. Die Zapfsäule wird per App autorisiert, unter anderem via Geofencing, sodass Standort von Fahrzeug und Smartphone mit der Tank- oder Ladestation abgeglichen werden.
Das heißt:
Keine PIN- und Kartensuche. Keine defekten Magnetstreifen. Keine Wartezeiten an der Kasse.
Der Nutzer meldet sich einmal an – und zahlt überall digital. Für den Carsharing-Anbieter bedeutet das: weniger Supportfälle, weniger Frustration am POS und ein deutlich besseres Markenerlebnis.

Florian: Physische Tankkarten sind historisch gewachsen und haben sich über Jahre hinweg als Standard etabliert. Viele Unternehmen nutzen sie daher aus Gewohnheit weiter – nicht, weil sie besonders effizient oder zukunftsfähig wären.
Gerade im Sharing-Kontext zeigen sich ihre Schwächen deutlich: Karten verschleißen durch Hitze und Kälte im Fahrzeug. RFID-Leser oder Kartenslots können wackeln oder ausfallen. Firmware-Updates können Protokolle stören. Offline-Situationen in Tiefgaragen führen zu Synchronisationsproblemen.
Hinzu kommen administrative Prozesse rund um Ablaufdaten, Neubestellung, Versand und den physischen Austausch der Karten im Fahrzeug. Bei größeren Flotten ist das ein erheblicher operativer Aufwand – insbesondere bei In- und Defleeting.
Das stärkste Argument für den Wechsel zur App ist die Kombination aus Sicherheit, Flexibilität und Kontrolle. Digitale Zahlungen über App oder In-Car sind nutzer- und fahrzeuggebunden, in Echtzeit steuerbar und vollständig transparent. Das ist nicht nur moderner – es ist operativ deutlich effizienter.
Marco: Physische Karten sind nicht eindeutig an eine Person gebunden – und genau dort entsteht das Risiko. Egal ob notierte Codes im Fahrzeug oder die Betankung fremder Fahrzeuge oder Kanister.
ryd fleet ersetzt die Plastikkarte durch eine digitale, nutzer- bzw. fahrzeuggebundene Zahlung. Jede Transaktion wird mit Zeit, Ort, Fahrzeug und Nutzer verknüpft und automatisch abgeglichen. Zusätzlich können auch Informationen wie beispielsweise der Tankfüllstand vor und nach dem Tankvorgang angereichert werden. Dadurch ist die Lösung deutlich sicherer als eine physische Karte.
Für Betreiber bedeutet das: Deutlich geringeres Betrugsrisiko, saubere Verbrauchsanalysen und volle Transparenz ohne manuelle Nacharbeit.
Florian: Digitale Bezahlprozesse sind nicht nur ein Effizienzthema – sie sind ein Differenzierungsmerkmal.
Kein panisches Suchen im Handschuhfach, kein Stress an der Kasse und auch kein negatives Erlebnis, das auf die Marke des Carsharing-Anbieters zurückfällt.
Stattdessen:
Ein nahtloser, app-basierter Prozess, der zur digitalen Customer Journey passt.
Gerade in einem wettbewerbsintensiven Markt kann Convenience zum entscheidenden Vorteil werden. Und je größer die Flotte, desto stärker wirkt sich die Skalierbarkeit ohne Kartenlogistik aus.

Marco: Das Fahrzeug entwickelt sich zunehmend zur zentralen Plattform für mobilitätsnahe Services. Unsere Vision ist klar: Alles, was mit Autofahren zu tun hat, sollte direkt aus dem Fahrzeug heraus bezahlt werden können.
Tanken, Laden und Waschen sind nur der Anfang. Perspektivisch gehören auch Parken, Maut, Waschen oder sogar Drive-through-Services dazu.
Das Ziel ist ein nahtloses Nutzungserlebnis, bei dem der Bezahlvorgang im Hintergrund läuft – sicher, integriert und ohne zusätzliche Apps oder physische Zahlungsmittel.

Im Mai kommen Sharing-Anbieter, Servicepartner und Marktexperten auf dem MOQO Summit 2025 in Aachen zusammen, um sich gegenseitig zu inspirieren, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln. Nutzen Sie die Chance, Ihre Fragen und Themen zu platzieren und wertvolle Kontakte zu knüpfen.
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