Success Story | Bike Sharing

MünsterlandRad – Leidenschaft für Fahrrad und Tourismus

6. Juli 2021 | Lesezeit 5 min

Münsterlandrad Fahrradfahrer Ausleihe

Digitale Ausleihe statt manuelle Übergabe, App herunterladen und losfahren statt Termin machen und Schlüssel abholen: MünsterlandRad zeigt, wie aus einem klassischen Fahrradverleih ein erfolgreicher Bike Sharing Anbieter werden kann.

Das Münsterland und die Leeze

70 Orte, 200 Rundtouren, zahllose Radwege: Das Münsterland und Radfahren gehören zusammen wie Pech und Schwefel, denn die Münsterländer lieben das Fahrrad. Kein Wunder, schließlich ist Fahrrad fahren umweltfreundlich, hält fit und erlaubt die Natur zu genießen – fernab von vollen Straßen und Staus. Durch die Natur zu radeln ist besonders entspannend, wenn die Gegend so viel zu bieten hat, wie das Münsterland. Nicht nur die Touristen sind gerne mit der Leeze (münsterländisch für Fahrrad) unterwegs. Auch die Einheimischen genießen die Fahrt mit dem Zweirad auf den zahlreichen Radwegen rund um die Flüsse und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Um Touristen ein umfangreiches Urlaubserlebnis zu bieten, hat sich MünsterlandRad dem Fahrradtourismus verschrieben und bietet vielfältige Dienstleistungen rund um das Bike an: Von der Lieferung und Vermietung von bis zu 250 Fahrrädern für Großveranstaltungen, zu Gepäck- und Radtransporten für individuelle Touren in der Radregion. Seit einem Jahr ist auch Bike Sharing ein fester Bestandteil der Servicelandschaft.

MünsterlandRad Fahrräder

Von mechanisch zu automatisch

Das MünsterlandRad Bike Sharing ist seit dem Sommer 2020 auf der Straße. Zuvor betrieben die Münsterländer einen klassischen Fahrradverleih, entschieden sich dann aber für den Schritt hin zur Automatisierung. Die manuelle Übergabe der Räder wurden durch die digitalisierte Ausleihe ersetzt. Registrieren, buchen, losfahren statt Termin machen, Fahrrad anliefern und unterschreiben. Seitdem können die Bikes rund um die Uhr ausgeliehen werden, schließlich ist der Verleih nicht mehr an Öffnungszeiten und Lieferung gebunden. Damit haben der Verleih und besonders die Nutzer enorm an Flexibilität gewonnen:

“Die konsequente Weiterentwicklung unserer Angebote und Dienstleistungen ist bei uns ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Besonders das Schließen von Service Lücken ist hier ein wichtiges Element. Wir hatten in den letzten Jahren vermehrt kurzfristige Anfragen, die wir nicht immer bedienen konnten. Es kam oft zu Situationen, in denen wir die Anfragen wegen des logistischen Aufwandes nicht umsetzen konnten. Das digitale Bike Sharing System bietet unseren Gästen nun eine kurzfristige Möglichkeit unsere Fahrräder zu nutzen. Gleichzeitig entlasten wir unsere Buchungscenter und die firmeneigene Logistik”, erklärt Bernd Laukötter, Inhaber von MünsterlandRad.

Mit dem Bike Sharing erweitert MünsterlandRad das Mobilitätsangebot in der Umgebung. Spontane Radtouren und Ausflüge sind dadurch einfacher geworden und MünsterlandRad profitiert von den zusätzlichen Buchungen, die nun ohne personellen Mehraufwand getätigt werden können.

Hier ist aber nicht Schluss. Seit kurzem sind auch Pedelecs im Einsatz, die vor allem älteren Nutzern die Fahrt erleichtern. Zudem steht ein Carsharing auf der Agenda. Dadurch holt MünsterlandRad zusätzliche Fahrer ab und kann seine Nutzergruppe erweitern.

Die technischen Herausforderungen meistern

Durch die Einführung des Bike Sharings können Nutzer eigenständig, flexibel und einfach eine Fahrt mit den Rädern von MünsterlandRad buchen und müssen nicht mehr auf die aufwendige, manuelle Buchung zurückgreifen. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz spezieller Soft- und Hardware. Denn:

Damit Buchungen getätigt werden können, benötigen Sharing Anbieter eine Steuerungssoftware um Angebote anzulegen und Buchungen zu betreuen und Fahrer eine App für die Buchung und Zugang zu den Fahrzeugen. Die Hardware ist die Schnittstelle zwischen Fahrzeugen und Software: Durch die Hardware werden die Daten des Fahrzeugs ausgelesen und an die Software gesendet. Auf diese Weise können bei E-Fahrzeugen Ladestände und bei Autos Kilometerstände eingesehen werden. Zudem ermöglicht der Einsatz von Funk-Schlössern, dass Fahrzeuge via App geöffnet werden.

Da es auf dem Shared Mobility Markt einige Soft- und Hardware-Anbieter gibt, galt es bei der Planung des Bike Sharings einige Fragen zu klären: Welche Software soll verwendet werden? Welche Hardware soll eingebaut werden? Wie kann man Prozesse einfacher gestalten?

“Da gab es zum einen die technische Seite die gelöst werden musste. Mit der Firma Haveltec und deren digitalem Schloss ‘I Lock It’ haben wir schnell einen guten Hardware-Partner gefunden. Mit der Buchungsplattform von MOQO sind wir bei der Software ebenfalls gut aufgestellt. Bei der Buchungsplattform gefällt uns besonders die hohe Flexibilität, verschiedene Sharing-Modelle darzustellen. Wir können so individuell auf Kundenanfragen reagieren und verschiedene Modelle darstellen.”

Und auch anfängliche Herausforderungen hat MünsterlandRad erfolgreich gemeistert:

“Das Mobilfunknetz war und ist im ländlichen Raum leider immer ein Thema, so sind im Zuge der Pilotphase Standorte rausgefallen, weil kein ausreichender Mobilfunkempfang gegeben war. Eine weitere Herausforderung war die Anpassung und Optimierung der betrieblichen Abläufe. Diese ist noch im vollen Gange. Wir lernen jeden Tag dazu”, meint Laukötter.

“Zu guter Letzt müssen unsere Gäste und Kunden das System erlernen. In größeren Städten ist Bike Sharing nichts besonders mehr, auf dem ‘Land’ schon”, erklärt Laukötter.

Auf den Websites der gängigen Mobilfunkanbieter Telekom, O2 und Vodafone lässt sich die Netzabdeckung in Ihrer Region überprüfen. Auf dieser Basis können Standorte bei der Planung Ihres Sharings von vorneherein ein- oder ausgeschlossen werden.


Netzabdeckung Münster Münsterland

Standorte wählen, von denen Touristen profitieren

Gut erreichbare, hoch frequentierte und zielgruppengerechte Standorte sind entscheidend für den Erfolg eines Sharing Angebotes. Um die geeigneten Standorte für ihr Sharing zu finden, sollten sich Anbieter die folgenden Fragen stellen: Wer ist meine Zielgruppe? Wo erreiche ich diese? Zu welchen Aktivitäten soll meine Zielgruppe die Fahrzeuge nutzen? Zudem muss ein ausreichender Mobilfunkempfang gegeben sein, sodass Fahrer die Fahrzeuge buchen und nutzen können.

Das Angebot von MünsterlandRad richtet sich größtenteils an Touristen, die dann mit den Shared Bikes Münsters’ Umgebung erkunden können. Daher wurden die Standorte der Bikes so ausgewählt, dass sie an zentralen Tourismus-Punkten genutzt werden können. Zudem gab es eine Pilotphase, um das Sharing und die Standorte der Bikes zu erproben. Die Pilotphase war eng an das “Schlösser- und Burgenprojekt” des Münsterland e.V. geknüpft. Ziel des Projektes war die Ankurbelung des Tourismus in den Schlössern und Burgen sowie auf den verbindenden Radwegen. Während einige der Standorte aus der Pilotphase herausgefallen sind, sind andere hinzugekommen. Es wurde viel ausprobiert und gewechselt. Schließlich gilt: Probieren geht über studieren.

“Während der Pilotphase haben wir versucht, möglichst vielfältige Standorte zu erproben. Einige Standorte sind aus der Pilotphase erhalten geblieben. Die Räder stehen nun an oder in der Nähe von bedeutenden Schlössern, an Tourist-Infos, bei Vermietern von Ferienwohnungen und -häusern, an Bahnhöfen oder einem Campingplatz. Allesamt Standorte mit einer guten Erreichbarkeit und einer hohen Frequentierung durch potenzielle Kunden.”

Um der Zielgruppe auch das beste Nutzungserlebnis zu ermöglichen, bietet MünsterlandRad ein standortgebundenes Sharing an. Das bedeutet, die Bikes werden genau zu der Station wieder zurückgebracht, wo sie entliehen wurden: “Unsere Hauptzielgruppe sind Übernachtungsgäste und Tagestouristen und denen möchten wir ein hohes Maß an Planungssicherheit geben. Die Räder können schon während der Buchung der Unterkunft entsprechend reserviert werden.”

So wird sichergestellt, dass sich die Fahrräder immer an den für sie vorgesehenen Stationen befinden. Dadurch bietet MünsterlandRad eine Balance zwischen Flexibilität , Spontanität und Planungssicherheit.

ideale Standorte für Carsharing und Bike Sharing

Vom Bike Sharing Anbieter zum Sharing Berater

Neben den Touristen profitieren weitere Akteure von dem Shared Mobility Angebot von MünsterlandRad:

“In der Regel sind die Akteure vor Ort, also Touristiker und Leistungsträger dankbar für das Angebot, weil wir tatsächlich an vielen Stellen echte Angebotslücken schließen. Im zweiten Jahr merken wir nun auch ein deutliches Nachfrageplus bei den Endkunden. Das Angebot etabliert sich langsam”, erklärt Laukötter.

So ist es bspw. für Vermieter von Ferienwohnungen und -häusern ein Pluspunkt, eine Shared Bike Station in der Nähe zu haben. Die zusätzliche Flexibilität durch das Mobilitätsangebot kann dabei ein ausschlaggebender Entscheidungsfaktor für eine Buchung werden.

Weitere Kommunen haben inzwischen das Potenzial der Servicelandschaft mit inkludiertem Bike Sharing erkannt, und wenden sich an MünsterlandRad, um von deren langjähriger Expertise im Fahrradtourismus zu lernen und an den Erfolg anzuknüpfen. Hier fungiert MünsterlandRad als Berater und Partner für Kommunen:

“Wir bekommen aktuell von vielen Kommunen Anfragen zu verschiedenen Mobilitätsangeboten. Aktuell befindet sich ein Pilotprojekt zum E-Lastenrad Sharing in einer Kommune in der Umsetzung. Wir haben aber auch Anfragen zu E-Kick-Scootern vorliegen. Wir entwickeln uns somit vom klassischen Fahrradverleiher zum Mobilitätsanbieter im ländlichen Raum,” erklärt Laukötter.

Nutzer auf allen Kanälen ansprechen

Dass MünsterlandRad so erfolgreich ist, liegt nicht zuletzt an den umfassenden Marketingmaßnahmen des Anbieters, die für die Bekanntheit des Bike Sharings sorgen.

Besonders die Kombination von Online- und Offline-Maßnahmen erweisen sich als äußerst wirkungsvoll. So informiert MünsterlandRad über die eigenen online Kommunikationskanäle, wie ihre Homepage und Social Media Seiten. Zusätzlich ist die enge Vernetzung mit Partnern wertvoll: Verkehrsvereine, Stadtmarketing-Agenturen und Inhaber der Betriebe vor Ort machen ebenfalls auf das Bike Sharing aufmerksam. Zudem hat MünsterlandRad für jede Kommune eigene Flyer erstellt, die in Gastronomie-Betrieben, Ferienwohnungen und Ferienhäusern sowie Hotels ausgelegt sind und sich so direkt an die Zielgruppe richten.

Touristeninformation Münster

Ein Blick in die Zukunft

Bereits jetzt gehört das Münsterland zu den führenden Radregionen in Deutschland. Mit dem digitalen Fahrradverleih soll diese Position weiter gestärkt und Angebotslücken beim Fahrradverleih in der Region geschlossen werden. Ziel ist ein flächendeckendes System für alle 4 Münsterlandkreise und die Stadt Münster.


Münsterlandrad-Website
Logo Münsterlandrad

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